Tales From the Cellar

Tales From the Cellar

Dauer:

ca 20 Minuten
Temporärer FreiRaum für künstlerische Aktion in Hildesheim, Deutschland, 2009

Photograf:

Jürgen Bernhard Kuck

Live Performance

Auf Einladung der IPAH (International Performance Association Hildesheim) lebt Yingmei Duan 4 Tage lang in einem Galerieraum in Hildesheim und entwickelt folgende Performance:

Das Publikum wird in einen sehr dunklen Kellerraum mit einer niedrigen Decke geführt.

Nachdem das Publikum ein paar Minuten in der Dunkelheit verharrt hat, hört man Geräusche von Dingen, die im Raum bewegt werden. Dann erklingt ein leiser heller Gesang, der von einer jungen Frau oder einem Kind stammen könnte. Schließlich spricht die Stimme mit sich selbst: 

„Wer bist du? – Ich bin ein Gegenstand. 

Woher kommst du? – Ich habe das vergessen, weil ich hier schon eine sehr lange Zeit bin.

Wo bist du? – Ich habe keine Ahnung…“

Das schwache Licht einer Taschenlampe lässt zwischen Kisten, Koffern, Kartons und Möbeln die Figur der Performerin erahnen, die sich einen großen schwarzen Mantel um gehangen hat. Sie erzählt leise, manchmal schwer verständlich, und stockend von ihren Erinnerungen:

„…Ich bin eine Sache, ich gehöre einer 1,85m großen Person mit schwarzen Schuhen. Diese Person hat mich unterwegs mitgenommen in eine fremde Stadt und hat mich auf dem Weg verloren… Jemand hat mich dann gefunden und seitdem bin ich hier in diesem Raum. Ich warte immer noch auf meinen Eigentümer und hoffe, dass er mich eines Tages abholt…“

Die Erzählung gerät mit der Zeit immer mehr durcheinander, wird zunehmend absurd, traumhaft und grotesk.

„… Das ist mein Koffer und in meinem Koffer gibt es meine Oma …

…Mein Vater ist 104 Jahre alt… 

…Meine Mutter ist ungefähr 100 Jahre alt…“

Die Performerin ist unter dem Mantel nackt. Sie beleuchtet ab und zu ihren Körper mit der Taschenlampe und tastet spielerisch mit der Hand ihre Brust und ihr Geschlecht ab. 

…Hier gibt es so viele Ratten und ich kann kaum schlafen… ich bin so müde…“

Schließlich leuchtet die Performerin mit der Taschenlampe nacheinander die Gesichter des Publikums an.

„Gerade habe ich geträumt, dass ich die Gesichter von so vielen Menschen gesehen habe…“

……